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Erbliche Augenerkrankungen beim Sheltie:

Hier finden Sie noch mehr Informationen :

CEA - Collie Eye Anomalie

CEA: Darunter versteht man eine Reihe von anormalen Erscheinungen im Auge des Hundes. Sie ist von Geburt an vorhanden und erblich, der Erbgang ist autosomal rezessiv.

Die CEA in ihren verschiedenen Formen, kann nur von einem, auf dem Gebiet der Veterinär - Ophtalmologie speziell ausgebildeten Tierarzt, mit bestimmten Geräten, diagnostiziert werden. Der ideale Zeitpunkt für die Untersuchung liegt beim Welpen zwischen der 6. und der 9. Lebenswoche. Hunde die später untersucht und für CEA frei befundet wurden, können "go normals" sein, das heißt, die CEA ist zwar infolge der fortgeschrittenen Pigmentierung nicht mehr sichtbar, aber trotzdem vorhanden. Befunde von erwachsenen Hunden sind daher für die Weiterzucht wenig aussagekräftig. Das bedeutet aber auch, dass die CEA in leichter Form, für den Hund keinen Krankheitswert besitzt. Im Gegensatz zu anderen bekannten Augenkrankheiten, verändert sich der Schweregrad der CEA, im Laufe des Lebens des Hundes, nicht. Auch Kolobome, vermindern die Sehkraft des Hundes nicht. Ausgenommen sind schwere Fälle, die aber höchst selten sind.

Die CEA wird in Österreich, seit 1996 im Welpenalter untersucht, es gab bei den innerhalb des ÖCBH gezüchteten Hunden nur einige wenige, leicht befallene Hunde, die keinerlei Probleme mit der Sehkraft haben.

Obwohl der Krankheitswert weit unter dem der HD liegt, wird jeder in Österreich gezüchtete Welpe, im vorgeschriebenen Alter, von einem Ophtalmologen, untersucht.

Seit kurzer Zeit gibt es einen gentischen DNA Test. http://www.optigen.com

Viele Shelties bei österr. Züchter sind jetzt schon auch bei Optigen untersucht worden.

CEA-Vererbungsschema

CEA-erkrankt CEA-Träger CEA-genetisch frei

CEA-erkrankt

CEA-Verdacht

CEA-frei

  trägt die Erbanlagen  
CEA CEA Träger frei frei

TABELLE 1

Rüde Hündin
CEA-erkrankt CEA-erkrankt
CEA CEA CEA CEA
Nachkommen
100 %
CEA-erkrankt
CEA CEA

TABELLE 2

Rüde Hündin
CEA-frei CEA-frei
frei frei frei frei
Nachkommen
100 %
CEA-frei
frei frei

TABELLE 3

Rüde Hündin
CEA-erkrankt CEA-frei
CEA CEA frei frei
Nachkommen
100 %
CEA-Verdacht
Träger

TABELLE 4

Rüde Hündin
CEA-Verdacht CEA-frei
Träger frei frei
Nachkommen
50 % 50 %
CEA-Verdacht CEA-frei
Träger frei frei
TABELLE 5
Rüde Hündin
CEA-Verdacht CEA-erkrankt
Träger CEA CEA
Nachkommen
50 % 50 %
CEA-Verdacht CEA-erkrankt
Träger CEA CEA
TABELLE 6
Rüde Hündin
CEA-Verdacht CEA-Verdacht
Träger Träger
Nachkommen
25 % 50 % 25 %
CEA-erkrankt CEA-Verdacht CEA-frei
CEA CEA Träger frei frei
TABELLE 7

Einige praktische Beispiele. Wenn Sie den Augenstatus Ihres Hundes und den des gewünschten Zuchtpartners wissen, können sie aus der folgenden Tabelle das prozentuell wahrscheinliche Zuchtergebnis leicht ermitteln.

1. Elternteil 2. Elternteil Nachkommen (prozentuelle Wahrscheinlichkeit)
  CEA-frei CEA-frei 100 %
CEA-frei CEA-Verdacht CEA-Verdacht 50 % CEA-frei 50 %
  CEA-erkrankt CEA-Verdacht 100 %
1. Elternteil 2. Elternteil Nachkommen (prozentuelle Wahrscheinlichkeit)
  CEA-frei CEA-frei 50 % CEA-Verdacht 50 %
CEA-Verdacht CEA-Verdacht CEA-Verdacht 50 % CEA-frei 25 % CEA-erkrankt 25 %
  CEA-erkrankt CEA-Verdacht 50 % CEA-erkrankt 50 %
1. Elternteil 2. Elternteil Nachkommen (prozentuelle Wahrscheinlichkeit)
  CEA-frei CEA-Verdacht 100 %
CEA-erkrankt CEA-Verdacht CEA-Verdacht 50 % CEA-erkrankt  
  CEA-erkrankt CEA-erkrankt 100 %
TABELLE 8

Welche Aussagekraft hat das Ergebnis der CEA - Augenuntersuchung?

Untersuchungs-
zeitpunkt
Ergebnis Status vorhandene Erbanlagen
mit 6-8 Wochen frei CEA-frei oder CEA-Verdacht
frei frei oder Träger
nicht frei CEA-erkrankt

CEA CEA

mit 12 Monaten oder später frei CEA-frei oder CEA-Verdacht oder CEA-erkrankt
frei frei oder Träger oder CEA CEA (go-normal)
nicht frei CEA-erkrankt

CEA CEA

Quelle: Marion Fuchs

PRA (Progressive Retinal Atrophy)

Die PRA (Progressive Retinal Atrophy) ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Diese Progressive Netzhautatrophie (fortschreitende Rückbildung der Netzhaut) ist auch bei Menschen bekannt. Das große Problem darin besteht, daß sie erst im fortgeschrittenen Alter einsetzt. Ein Attest gilt erst ab dem 5 Jahr als endgültig. Glücklicher Weise kommt beim Sheltie dies Krankheit sehr selten vor. PRA ist mit bloßem Auge nicht feststellbar. Wie die CEA ist es auch nicht heilbar. Sollte ein Hund befallen sein, gibt man dem Züchter einen Hinweis, mit einer eindeutigen Diagnose. Damit dieser sein Zuchtprogramm besser planen kann und durch die Zucht die Krankheit nicht weiter vererbt wird.  Ein mit PRA befallender Hund ist von der Zucht ausgeschlossen !

Distichiasis

Ganz kurz erklärt, handelt es sich dabei um eine angeborene Haarwuchsanomalie des Lidrandes (= doppelte Wimpernreihe), die bei vielen Rassen, eben auch beim Sheltie, nicht selten vorkommt. Dabei entspringen sehr feine und kurze Härchen (= Distichien) (es können durchaus mehrere sein) hornhautwärts am inneren Lidrand den Ausführungsgängen der Meibomschen Drüsen, die normalerweise keine Haare produzieren. Es können sich bräunliche Sekretspuren in der Nasen- und Augenfalte (=> unterschiedlich stark tränende Augen) bedingt durch Reizzustände an der Hornhaut bilden, die z.B. u.a. Konjunktivitis (= Entzündung der Bindehaut) oder Keratitis (= Hornhautentzündung) entstehen lassen. Die Behandlung ist sehr schwierig und die Notwendigkeit von Patient zu Patient unterschiedlich. Anfänglich wird wahrscheinlich erst mal versucht, mechanisch, durch Epilation (= Haarentfernung) mit einer Wimpernpinzette, dem Übel entgegen zu wirken. Dies erfordert schon eine Narkose oder die maximale Kooperation des Patienten. Meist ist dies jedoch nur vorübergehend erfolgreich, da die Haare fast immer wieder nachwachsen. Operative Maßnahmen sind dann angesagt, indem z.B. durch Einführung feinster Nadelelektroden jeweils im Ausführungsgang der betreffenden Drüse die Wurzel elektrisch zerstört wird. Bei reihenweiser Anordnung der Härchen wird durch lokale und dosierte Einwirkung tiefer Temperaturen (= Kryotherapie) eine Verödung der Wurzeln bewirkt. Es sind auch noch andere chirurgische Maßnahmen möglich (u.a. Herausschneiden der Haarwurzeln). Leider sind selbst diese teueren Techniken nicht immer von Erfolg gekrönt, denn obwohl die Haarwurzeln dieser Distichien zerstört werden, heißt das ja nicht, dass nicht andere an einer anderen Stelle wachsen können.

Glaukom (Grüner Star)

Das Glaukom ist eine Erhöhung des Augeninnendrucks. Dies schädigt die Netzhaut und den Sehnerv. Ausserdem verursacht er starke Dehnungsschmerzen, da das Auge wie ein Luftballon aufgeblasen wird. Die Ursache für die Erhöhung des Ausgeninnendrucks ist immer die Verringerung oder Blockierung des Kammerwasser-Abflusses im Bereich des Kammerwinkels (Filtrationswinkel). Beim so genannten Primärglaukom sind angeborene Veränderungen im Kammerwinkel zu finden (zum Beispiel Goniodystrophie, enger Winkel).
Das Sekundärglaukom entsteht durch erworbene Veränderungen (zum Beispiel Verklebungen als Folge von Entzündungen des inneren Auges oder intraokulare Tumoren).
Behandlungsziel bei Glaukom ist das dauerhafte Absenken des Augeninnendrucks auf normales Niveau. Die Therapie ist mit Medikamenten oder chirurgisch mittels Kryo- (Kälte-), Lasertherapie und fistilierenden Operationen möglich.

Katarakt

Die Katarakt ist besser bekannt unter dem Namen "Grauer Star". Es handelt sich um eine Weißfärbung bzw. Trübung der Augenlinse, die in fortgeschrittenen Fällen zu einer vollständigen Erblindung führt. Bei der Katarakt werden abhängig vom Zeitpunkt des Auftretens, der genauen Lokalisation und der Ursache zahlreiche Unterformen unterschieden.
Eine chirurgische Therapie ist meist möglich und zur Erhaltung des Sehvermögens notwendig.